Beendet
26.01.2020 16:30 Uhr
 
Spanien
22:20
12:11
Kroatien
 
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"Campeones" hallt es laut durch die Halle, die Spanier feiern ihren zweiten EM-Titel. Mit diesen Worten entlasse ich Sie in den Abend, Tim Schöfer dankt Ihnen im Namen des gesamten Teams für Ihr Interesse an unserem Live-Angebot zur Handball-Europameisterschaft 2020. Besuchen Sie uns bald wieder und bleiben Sie sportlich. Adios!
 
Ein paar Auszeichnungen werden jetzt noch verliehen, Igor Karacic wird zum besten zentralen Rückraumspieler ernannt, Duvnjak nimmt auch noch den Titel des MVPs mit nach Hause - Freude können wir in seinem Gesicht noch immer keine ablesen, aber ein wenig Stolz bricht schon durch, das ist die richtige Reaktion. Morgen Früh wird das vielleicht noch nicht anders aussehen, aber in ein paar Tagen, wenn er auf dieses Turnier zurückblickt, dann mit Sicherheit.
 
Unter dem Strich kann man nach einem so ausgeglichenen Spiel immer schwer von verdient oder unverdient sprechen, Kroatien hätte das Spiel auch gewinnen können, Chancen genug waren dazu da, als Spanien zwischen der 37. und 55. Minute nur drei Tore gelangen - doch auch die Deckung der Iberer hielt stark, nur einmal konnten die Kroaten in der gesamten zweiten Halbzeit in Führung gehen. Der Titelverteidiger dagegen war kurz nach der Pause sogar einmal auf vier Tore davon gezogen.
 
Nicht Perez de Vargas, nicht Dujshebaev und auch nicht der nervenstarke Gomez wird Spieler des Spiels, sondern Kroatiens Domagoj Duvnjak. Der kann sich darüber gerade natürlich nicht freuen, viel lieber hätte er sich einen anderen Titel geholt. Perez de Vargas wird dann auch noch als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet, wohl verdient.
 
Einen zweiten Unterschied machte ganz klar die Leistung von Torwart Perez de Vargas, der im Kasten der Spanier sensationelle Paraden zeigte, unvergessen das Ding in der 42. Minute, als er absichtlich mit dem Kopf einen Ball abwehrte. Nach Schweden ist also Spanien die erst zweite Mannschaft, die ihren EM-Titel verteidigen kann.
 
Was für ein Krimi, was für ein Nervenkitzel! Nicht ganz so hochklassig wie das Halbfinale zwischen Kroatien und Norwegen, aber nicht weniger spannend. Spanien und Kroatien lieferten sich ein enorm ausgeglichenes Finale, mit zu vielen Fehlern auf beiden Seiten und nervenstarken Iberern im entscheidenden Moment. Karacic machte den Schrittfehler kurz vor Schluss, während Dujshebaev eiskalt durch die Beine von Sego traf - ein so kleiner Moment machte heute am Ende den großen Unterschied.
60.
Morros muss es noch fertig spielen, es sind ja noch 15 Sekunden auf der Uhr. Aber der Spanier will nicht werfen, umkreist einfach den Kreis der Kroaten, ist das verrückt! Dann ertönt die Sirene, Spanien verteidigt seinen Titel!
60.
Kroatien nimmt noch die Auszeit, die müssen jetzt schnell treffen, Spanien dann werfen lassen und beten - aber sie werfen zu früh, Perez de Varas sagt danke und macht Spanien zum Europameister.
60.
Das ist die Entscheidung! Dujshebaev donnert die Pille ansatzlos in die Maschen, wie schon im Halbfinale gegen Slowenien übernimmt er im entscheidenden Moment die Verantwortung und trifft durch die Beine von Sego.
60.
Schrittfehler von Karacic, von so einem klasse Mann, in so einem Moment - Spanien hat jetzt alle Trümpfe in der Hand!
59.
Gomez hat auch keine Nerven, mit 22 Jahren dreht er den Siebenmeter um die Ohren von Sego, 21:20 für den Titelverteidiger.
59.
Hoho! Brozovic mit Nerven aus Stahl, wirft sofort auf das leere Tor - und trifft zum 20:20!
58.
Dann wird es kurios! Den Wurf von Sarmiento aus dem zentralen Rückraum hat Sego einmal, zweimal, schusselt ihn an den Pfosten und dann mit dem Arm ins eigene Tor, ganz bitter für den Keeper!
58.
Kroatien lässt die Chance liegen! Schlechter Pass an den Kreis, da war Maric nicht darauf vorbereitet und kann nicht zupacken.
57.
Das könnte enscheidend werden! Entrerrios geht Stepancic im Sprung an und kassiert bei 56:03 Spielzeit die 2-Minuten-Strafe. Sehr, sehr disziplinierter Auftritt von beiden Mannschaften ansonsten übrigens.
55.
Gomez bleibt vom Strich eiskalt, nimmt wieder die linke untere Ecke. 19:19, noch fünf Minuten!
54.
Über fünf Minuten kein Tor für Kroatien, dann hämmert Stepancic die Pille aus dem rechen Rückraum knallhart in die Maschen - Kroatien ist zum ersten Mal im zweiten Durchgang in Führung! 105 km/h, neun Meter Distanz, das die Daten zu diesem Kracher.
53.
Offensivfoul Entrerrios, die Nervenschlacht geht weiter, gleich sind wir in der Crunchtime. Hat Kroatien wie schon im Halbfinale den längeren Atem?
52.
Nächste Chance zur Führung für die Kroaten, der Bodenpass an den Kreis kommt nicht bei Fernandez an und fabriziert den nächsten Turnover. Aber Kroatien ist zu hektisch, Stepancic mit dem Stürmerfoul. Man kann die Anspannung jetzt fast greifen!
51.
Entrerrios will es mit einem Aufsetzer lösen, der zappelt aber nur im Außennetz, hinten setzen sie aber Stepancic so unter Druck, dass der den Ball Maric auf den Fuß prallt - Ballbesitz Spanien!
49.
Weltklasse! Duvnjak mit dem Steckpass an den Kreis mit der schwächeren Hand, Maric dreht sich um Morros und stellt auf 18:18. Die Spannung steigt, die Arena in Stockholm wird zum (kroatischen) Hexenkessel!
48.
Horvat mit dem frechen Heber über Perez de Vargas, auf der anderen Seite hält die Deckung dem spanischen Druck dieses Mal stand. Schafft Kroatien den Ausgleich?
47.
Die kroatischen Fans sind offenbar stark in der Überzahl, in jedem spanischen Angriff gibt es mittlerweile ein lautstarkes Pfeif-Konzert und Buh-Rufe, das muss eigentlich nicht sein. Figueras wird am Kreis nach geduldiger Kombination schön in Szene gesetzt und trifft oben rechts ins Eck.
46.
Alex Dujshebaev macht es! Nach fast zehn Minuten ohne spanischem Treffer knallt der Superstar die Kugel aus dem rechten Halbfeld ansatzlos ins kurze Eck, da hatte er erkannt, dass Sego sich falsch positioniert hat.
45.
Nun kommt Kroatiens Verteidiger aber zu spät, stößt den Spanier im Sprungwurf - klare Sache, zwei Minuten auf die Bank!
44.
Dann ist es passiert! Mamic schlägt Entrerrios beim Prallen den Ball weg, Karacic schnappt sich die Kugel und marschiert auf und davon - und alles kann Perez de Vargas halt auch nicht parieren!
44.
Maqueda nimmt aber sofort den nächsten überhasteten Wurf aus schlechtem Winkel, Sego hat den Distanzversuch - und drüben nimmt Perez de Varas den nächsten von Matanovic weg, bietet dem Rechtsaußen das lange Eck lange an und reißt dann blitzschnell den Arm hoch. Unglaublich der Typ!
43.
Jordi Ribera zieht die Auszeit, vier Angriffe in Serie ohne Treffer sind ihm zu viel. Seit 6:28 Minuten ist Spanien ohne eigenes Tor!
42.
Weiter viel Hektik und Nervosität in dieser Phase, wenig Präzision. Nächster leichter Abspielfehler der Iberer. Aber Perez de Vargas hält BEWUSST mit dem Kopf gegen Maric, das ist ja unfassbar, was der hier abliefert. 16:14 nach wie vor für den Titelverteidiger!
40.
Canellas erst mit dem unvorbereiteten Wurf, den fischt Sego locker raus, dann wirft Guardiola vom eigenen Kreis aus der Drehung am leeren Tor vorbei - aber Kroatien kommt nicht näher ran, denn ihnen unterläuft ein Offensivfoul.
38.
Horvat bricht den Ball aus sieben Metern, dann hat auch Kroatien mal etwas Glück in der Defensive, Duvnjak verkürzt mit einer Rückraumrakete auf 14:16.
37.
Wieder ist der Ball weg, Spanien nutzt jetzt jede Gelengeheit und zieht sogar auf 16:12 davon. Aber wer vorab mitgelesen hat, der weiß, dass Kroatien erst vor vier Tagen in rund zwölf Minuten einen 14:20-Rückstand in eine 22:21-Führung gedreht hatte.
36.
Jetzt müssen die Kroaten aufpassen, in Unterzahl werden sie ein zweites Mal für einen Ballverlust böse bestraft, das Tor ist noch immer leer. 15:12!
35.
Doppelpack für Gomez, weil Perez de Vargas in Zusammenarbeit mit dem linken Torpfosten den nächsten Wurf von Stepancic spektakulär abwehrt, Kroatien hatte die Unterzahl kompensiert und kassiert deshalb den Wurf ins leere Tor.
34.
Die Regie hat im Publikum den kroatischen Fußballer Ivan Perisic (FC Bayern München) entdeckt, der muss aber gerade mitansehen, wie seine Landsmänner eine Zeitstrafe kassieren. Gomez verwandelt den zusätzlichen Siebenmeter links ins Eck.
33.
Stepancic kommt über die Mitte und trifft zum Ausgleich - Kroatien hat also wieder den etwas besseren Auftakt!
33.
Ärgerlich, denn das war ein richtig schöner Spielzug von Kroatien, Karacic bedient Linksaußen Mandic - aber am Kreis wurde ein Stürmerfoul geahndet. Doch Kroatien kriegt den Ball zurück, Canellas findet Maqueda mit dem Zuspiel nicht, Sego nimmt das freie Spielgerät auf. Wahnsinn, was die Iberer da liegen lassen!
32.
Maqueda steigt halblinks hoch, nimmt sich den Schlagwurf. Aber das hat Sego sich in der Halbzeitanalyse gut angeschaut, den halbhohen Ball in seine Ecke pariert er stark.
31.
Rein in den zweiten Spielabschnitt! Spanien beginnt mit Ball.
 
Knappe Führung nach 30 Minuten für den Titelverteidiger, der sich schwer tat und anfangs nicht in die Deckung fang - doch dann stellte Jordi Ribera um, brachte zudem Maqueda, Guardiola und Star-Torwart Perez de Vargas und drehte damit das Spiel komplett. Aus einem 7:10 vor der Auszeit machten die Iberer ein 12:11 bis zur Pause, kassierten nur ein Gegentor in elf Minuten - bärenstark! Aber für die Kroaten ist noch alles drin, mit Duvnjak und Karacic an der Spitze wird das sicher noch ein spannender zweiter Durchgang. Bis gleich!
30.
Das ist zugleich der Pausenstand, in vier Sekunden kriegt Kroatien keinen Wurf mehr organisiert. Halbzeit!
30.
Dann geht es nochmal ganz schnell, den Treffer von Spanien kontert Kroatien mit einem Tempogegenstoß und dem ersten Tor seit langer Zeit, aber Spanien bringt Entrerrios noch einmal in Stellung, der auf 12:11 stellt.
29.
Kroatiens Wurf-Effektivität ist rapide gesunken, auf 56 Prozent. Die der Spanier liegt noch bei 73 Prozent, die werfen den Ball aber zu oft beim Abspiel in falsche Hände oder leisten sich Stürmerfouls.
28.
Den Siebenmeter gibt es nun auf der anderen Seite, zusätzlich die erste Zeitstrafe gegen die Iberer. Aber Perez de Vargas ist einfach ein Hexer, wehrt auch den Wurf vom Strich ab und steht bei sagenhaften 83 Prozent Paraden (5 von 6).
27.
Cindric jagt die Pille aus dem Zentrum rechts am Tor vorbei, aktuell ist das sehr dünn, was Kroatien offensiv anbietet, auch weil die Deckung der Spanier nun sehr gut funktioniert - und die haben vorne auch ihre Probleme, Sego holt Figueras' Wurf vom Kreis mit dem Oberkörper raus. Glück allerdings für die Kroaten, dass ihre Abwehr im Kreis nicht mit dem zwingenden Siebenmeter bestraft wird.
26.
Perez de Vargas will offenbar noch ein viertes Mal Spieler des Spiels werden, fischt den nächsten Abschluss der Kroaten raus. Aber vorne werfen jetzt auch die Iberer zu oft das Spielgerät weg, Kroatien ist sofort wieder in Ballbesitz.
25.
Jetzt muss Lino Cervar reagieren, denn Maqueda ist unaufhaltbar, macht seinen dritten Treffer nach einer starken Einzelaktion aus dem Rückraum. Zweite Auszeit, 10:10 der Spielstand nach knapp 25 Minuten.
24.
Erste Phase, in der die Effektivität ein wenig nachlässt. Fehlwurf Kroatien, Abspielfehler Spanien, Parade Perez de Vargas - und wie gerufen blendet die internationale Regie exakt in diesem Moment die Wurf-Effektivität ein, 75:71 Prozent zu gunsten des Titelverteidigers.
22.
Perez de Vargas mit der nächsten Parade, Maqueda kommt mit großen Schritten durch die Deckung gebüffelt und zimmert die Pille links ins Eck. 9:10!
21.
Und als dritte Änderung steht Perez de Vargas nun zwischen den Pfosten und pariert direkt den ersten Wurf auf sein Tor. Die Maßnahmen von Jordi Ribera greifen also direkt.
20.
Maqueda tankt sich unwiderstehlich aus dem rechten Rückfeld an den Kreis und ist direkt erfolgreich, in der Abwehr verteidigt Spanien nun in einer 6-0-Deckung, Guardiola kommt zusätzlich an den Kreis.
19.
Ballverlust Spanien, Maric erhöht im Gegenzug auf 10:7 - Auszeit Spanien!
17.
Karacic kommt halblinks irgendwie durch, da hatte ein Spanier die Finger schon am Ball und kann ihn doch nicht stoppen. Mit seinem dritten Treffer hält er die 2-Tore-Führung der Kroaten.
16.
Hoho! Asanin hat gegen Sole schon wieder das Bein am Ball, den Abpraller allerdings versenkt Aguinagalde ohne zu fackeln. Trotzdem hat sich der Tausch zwischen den Pfosten scheinbar gelohnt.
15.
Kroatien tauscht den Keeper, weil Sego bislang noch nicht wirklich ein Faktor ist - und Asanin ist direkt zur Stelle! Mandic zieht im Gegenzug halblinks am Kreis den nächsten Siebenmeter, den Duvnjak humorlos über Corrales Schulter unter die Latte knallt. 8:6 Kroatien!
13.
Dieser Treffer ist historisch! Raul Entrerrios stand vor dem Finale bei 146 EM-Toren, das ist geteilter Höchstwert für Spanien, und zwar mit seinem Bruder Alberto Entrerrios. Mit seinem Treffer zum 6:6 ist Raul nun alleiniger EM-Rekordschütze Spaniens. Glückwunsch!
12.
Mandic schließt einen langen Angriff der Kroaten nach Traumpass von Karacic etwas glücklich ab, Corrales hatte da die Hand schon dran!
9.
Vorne können die Iberer das Spiel auf viele Schultern verteilen, Sarmiento ist schon der vierte Torschütze in diesem Finale. Bei den Kroaten sind es vor allem Karacic, Maric und Duvnjak, die für die Tore zuständig sind - der Altmeister trifft gleich nochmal vom Strich.
8.
Corrales steht interessanterweise bei den Spaniern im Tor, ist beim ersten Siebenmeter des Tages aber machtlos. Duvnjak stellt auf 4:3 für Kroatien!
7.
Bei Spanien läuft es bisher vor allem über die Außen, jetzt finden sie aber den Weg zentral an den Kreis. Dujshebaev mit dem Bodenpass auf Angel Fernandez, der für die Iberer ausgleicht.
5.
Kroatien ist aber richtig heiß, auch der dritte Angriff sitzt, Stepancic bricht halbrechts durch und knallt die Kugel ins lange Eck. Guter Beginn! Goni antwortet mit dem schnellen Treffer von Linksaußen für die Spanier, 2:3.
4.
Da haben sie Sole übersehen, anders kann es nicht sein, dass der beste Rechtsaußen der letzten EM da so blank steht. Leichte Übung der Treffer ins kurze Eck. Spanien ist auch auf der Anzeigetafel!
3.
Klasse Spielzug! Karacic macht Dampf, geht durch die Mitte, täuscht aber nur an - und Duvnjak hat viel zu viel Platz im linken Rückraum, macht das 2:0.
2.
Dann eben über links! Marino Maric erzielt den ersten Treffer des Finals und bringt die Kroaten in Führung.
1.
Karacic will rechts an den Kreis, Dujshebaev knallt die Tür zu und sieht nach 56 Sekunden die Gelbe Karte.
1.
Das mazedonische Schiedsrichterduo gibt das Finale frei. Kroatien hat Anwurf, los geht's!
 
Das gewohnte Prozedere beginnt, einer nach dem anderen werden die Athleten in der Halle lautstark begrüßt und vorgestellt, dann ertönen die Hymnen. Gleich kann es losgehen!
 
Rekordfinalist Spanien (6 Endspiele, allerdings 4 Niederlagen, ebenfalls Rekord) zog übrigens zum dritten Mal ungeschlagen in ein EM-Finale ein, auch das ist Rekord. Glück brachte es den Iberern aber bislang nicht - beide Endspiele gingen verloren (1998 gegen Schweden, 23:25, sowie 2006 gegen Frankreich, 23:31).
 
Wer jetzt noch nicht an ein absolutes Traumfinale glaubt, für den habe ich noch einen letzten Fakt: Beide Teams sind bislang ohne Niederlage durch das Turnier marschiert, nur beim Remis im direkten Aufeinandertreffen gaben beide einen Punkt ab. 2010 war das zuvor letzte Mal, dass sich zwei im Turnier ungeschlagene Teams im Finale gegenüberstanden. Damals unterlag Kroatien gegen Frankreich mit 21:25.
 
Zudem treffen heute in Stockholm die beste Offensive und die beste Defensive aufeinander. Spanien erzielte bereits satte 256 Treffer (Kroatien nur 207). Dafür ließen die Kroaten lediglich 22,9 Tore im Schnitt pro Spiel zu - beides Bestwert! Übrigens auch ein Bestwert: Nur Spanien holte mehr EM-Siege (67) als Kroatien (60)!
 
Eines der wohl wichtigsten Duelle am heutigen Tag findet zwischen den Top-Spielern beider Teams statt: Bei den Spaniern ist dies ohne Zweifel Keeper Gonzalo Perez de Vargas, der, wie auch der kroatische Rückraumspieler Igor Karacic, bereits dreimal zum Man of the Match gewählt wurde.
 
Doch genug von dieser Vergangenheit, blicken wir auf die Gegenwart, denn dieses Duell gab es bereits im laufenden Turnier. Vor gerade einmal vier Tagen trennten sich beide Teams in Wien beim Hauptrunden-Endspiel mit 22:22 unentschieden. Kroatien drehte dabei in rund zwölf Minuten einen 14:20-Rückstand zu einer 22:21-Führung, ehe Aleix Gomez vom Strich ausglich. Spanien sicherte sich damit den Hauptrundensieg vor Hrvatska.
 
Und auch der EM-Vergleich fällt zugunsten der Spanier aus, die Iberer hatten in der Vergangenheit in vier der acht Partien gegen Kroatien das bessere Ende für sich, nur zweimal siegten die Kroaten (dazu 2 Remis). Der Gesamtvergleich bei 26 Pflichtspielen gegeneinander spricht dagegen für Kroatien (17 Siege, 7 Niederlagen, dazu 2 Remis).
 
Generell dürfte der Blick auf die Finalbilanz den Kroaten allerdings nicht sonderlich gefallen. Die letzten vier Endspiele bei Großereignissen gingen allesamt verloren, die olympische Goldmedaille von den Spielen 2004 in Athen - im Skandalfinale gegen Deutschland - ist mittlerweile 16 Jahre her.
 
Kroatien auf der anderen Seite bestreitet gleich sein 100. Spiel bei einer Europameisterschaft und liegt damit nur knapp hinter dem heutigen Kontrahenten und Rekordhalter Spanien (102). Der Titel sprang für Hrvatska jedoch noch nie heraus: in den Jahren 2008 und 2010 reichte es nur für Silber. Es wäre also mal an der Zeit...
 
Doch auch sonst ist einiges geboten heute, das ist sicher. Denn dieses Endspiel hat zweifellos historischen Charakter, Titelverteidiger Spanien ist mittlerweile seit elf EM-Spielen (die EM 2018 mitgerechnet) ungeschlagen und strebt an, nach Schweden (1998, 2000 und sogar 2002) das erst zweite Team überhaupt zu werden, dem eine Titelverteidigung bei einer Europameisterschaft gelingt. Nur Dänemark (12 Spiele, 2012-2014) und Schweden (14, 1998-2002) blieben bei Europameisterschaften länger unbezwungen.
 
Dass Spanien im Endspiel steht, kommt vielleicht weniger überraschend daher, die Iberer zählten von Beginn an zu den Mitfavoriten um den EM-Titel und setzten sich am Freitagabend letztlich souverän gegen Slowenien durch (34:32). Kroatien auf der anderen Seite aber hat schon für den ein oder anderen Paukenschlag gesorgt: Zum einen mit dem Last-Minute-Sieg gegen Deutschland (25:24), zum anderen beim zweifachen Overtime-Thriller im Halbfinale gegen Norwegen, als man dem absoluten Top-Favoriten nach 79 Minuten und 55 Sekunden den Todesstoß versetzte (29:28). Wahnsinn!
 
Showtime! Nach 17 Tagen hochklassigem Handball stehen sich Spanien und Kroatien in Stockholm im Finale gegenüber. Und das ist gleichbedeutend mit einem Endspiel zweier Nationen, die neben Frankreich als einzige bei allen 14 EM-Endrunden bislang vertreten waren. Keine Überraschung also? Denkste! Auf geht's!
 
Herzlich willkommen zum EM-Finale zwischen Spanien und Kroatien.
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