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: Schach WM 2016 Spiel 9 23.11.2016 - Magnus Carlsen vs Sergey Karjakin

 
Schach WM 2016 Spiel 9

a
b
c
d
e
f
g
h
a
b
c
d
e
f
g
h
8
7
6
5
4
3
2
1
8
7
6
5
4
3
2
1
Schach-WM 2016, Tag 9
Magnus Carlsen
Sergey Karjakin
Partie beendet
Gesamtstand
M. Carlsen
9,0:7,0
S. Karjakin
Ergebnisse der einzelnen Partien
 
weiß
 
schwarz
11.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
12.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
14.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
15.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
17.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
18.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
20.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
21.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
23.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
24.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
26.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
28.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
30.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
30.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
30.11.
S. Karjakin
M. Carlsen
30.11.
M. Carlsen
S. Karjakin
 
Letzte Aktualisierung: 16:55:25
 
Mit der 10. Partie geht es weiter am Donnerstag. Magnus Carlsen führt die weißen Steine und wird alles daran setzen den Ausgleich zu erzielen. Seien Sie wieder dabei, wenn es ab 20 Uhr (MEZ) losgeht. Vielen Dank fürs Mitfiebern!
 
Die Partie endet letztendlich mit dem Ergebnis, das alle seit 1,5 Stunden erwartet haben. Sergey Karjakin stand kurz davor die zweite Partie in Folge zu gewinnen. Er hatte nach der Eröffnung einen Mehrbauern und besaß mit dem Läuferpaar in offener Stellung die stärkeren Leichtfiguren. Vor der Zeitkontrolle spitzte sich die Lage zu. Karjakin opferte einen Läufer und entblößte den schwarzen König. Allerdings fand der Weltmeister eine gute Abwicklung, um ein etwas schlechteres aber haltbares Endspiel zu erreichen.
Remis
71.Lf4 Df6 72.Db8 De6 73.Db7 Kg8 74.Db5 Lf6
 
Karjakin setzt Nadelstiche, doch Carlsen hält das locker aus. Ein kleiner Angriff hier, ein keliner Angriff dort, doch ohne große Wirkung.
 
67.h3 Dd5 68.Le3 Le7 69.Db8+ Kf7 70.Dh8 De6
 
Weiß wartet ab und hofft weiterhin auf einen Ausrutscher von Carlsen.
 
67.h3
 
Die Züge kommen jetzt recht schnell. Das liegt daran, dass das Material stark reduziert ist. Karjakin versucht einen Fehler zu provozieren, doch Carlsen ist bislang auf der Hut. Mit 66.Lc5 bot er den Tausch der Läufer an, den Carlsen ablehnte. Ein reines Damenendspiel wäre wohl eine Tortour für Schwarz.
 
63...Dd6 64.Le3 De6 65.Da7+ Ke8 66.Lc5 Ld8
 
Das ist inzwischen ein Geduldspiel.
 
60.Ld2 De6 61.Da4+ Dc6 62.Da7+ Dc7 63.Da2
 
Das ist eine typische Stellung, in der die stärkere Seite ein wenig hin und her spielt in der Hoffnung, dass der Gegner einen Fehler macht.
 
55.Dg7+ Ke8 56.Lf4 Df7 57.Dh8+ Df8 58.Dd4 Df5 59.Dc4 Kd7
 
Die Stellung ist objektiv wahrscheinlich nicht mehr zu gewinnen für Weiß. Schwarz kontrolliert alle wichtigen Felder und den einzigen schwarzen Bauern auf g6. Die weiße Dame kann den scharzen König immer wieder belästigen, doch mehr als belästigen ist nicht drin.
 
53.Da8+ Kf7 54.Dh8 h5
 
Die letzten Züge kamen schnell. Carlsen konsolidiert seine Stellung immer mehr.
 
51.Le5 De6 52.Kg2 Le7
 
Es ist inzwischen auch ein Psychospiel geworden. Karjakin wird bewusst sein, dass er diese Partie nicht mehr gewinnen kann. Doch er wird Carlsen nicht so schnell ins Remis entlassen. Diese Partie kann gut und gerne noch 30-40 Züge dauern. Es hängt alles von Karjakins Einstellung ab.
 
Carlsen bietet wieder den Damentausch an.
 
50...De7
 
Aus einer Position der Stärke spielt Karjakin die Stellung weiter.
 
50.De4+
 
Carlsen bietet wieder den Damentausch an. Diesem wird Karjakin höchstwahrscheinlich aus dem Weg gehen.
 
49...Df7
 
Karjakin wählt eine weitere Option, um dem Schach auf g5 aus dem Weg zu gehen. Er stellt seinen König auf f1 auf. Es ist weiterhin schwierig für Weiß die Stellung zu verbessern, doch es ist nicht anzunehmen, dass die Partie bald enden wird. Weiß kann ohne Risiko weiterspielen, bis er keine Lust mehr hat.
 
49.Kf1
 
Karjakin kann den f-Bauern vorschieben, um die schwarze Idee zu durchkreuzen.
 
Carlsen würde gerne die Damen über g5 tauschen und stellte deswegen den Läufer nach d8.
 
48...Ld8
 
Karjakin geht dem Damentausch aus dem Weg, da er wie Carlsen das Läuferendspiel als ausgeglichen einschätzt.
 
48.Dd5
 
Weiß kann jetzt 48.Lf6 spielen und einen möglichst günstigen Damentausch forcieren. Schwarz müsste auf e3 die Damen tauschen, wodurch die Weiß seine Bauernstruktur wieder verbessern würde. Doch das dann entstehende Läuferendspiel scheint remis zu sein.
 
Carlsen bietet den Damentausch an. Er scheint sich sicher zu sein, dass das Läuferendspiel remis ist.
 
46...Ke8 47.De4+ De7
 
Karjakin wird dieses Endspiel sehr lange noch weiterspielen und versuchen zu gewinnen. Es ist nicht einfach zu erkennen, wie er Fortschritte erzielen soll, aber der schwarze König steht offen und Karjakin hat weiterhin einen Mehrbauern. Der allein ist aber nicht viel wert, weil es ein Doppelbauer ist.
 
45.Df6+ Df7 46.Dd4
 
Es gibt für den Russen wieder einiges zu berechnen. Weiß kann mit der Dame auf h6 oder f6 Schach geben. Es ist auf den ersten Blick nicht erkennbar welches Feld besser ist. Außerdem macht es Sinn den Läufer von a1 auf ein besseres Feld zu bringen, damit er nicht nur auf einer Diagonale wirkt wie in diesem Moment.
 
Nach einer forcierten Variante besitzt Karjakin einen Bauern mehr im Endspiel. Dieser alleine dürfte nicht ausreichen, um auf Gewinn zu spielen, da es ein Doppelbauer ist, aber es gibt noch Ideen, um auf Gewinn zu spielen.
 
41...Sf5 42.Lc3+ Kf8 43.Lxa1 Sxh4+ 44.Dxh4 Dxd5
 
Der Weltmeister muss jetzt eine fantastische Verteidigungsleistung zeigen, um diese Stellung zu halten. 41...Sf5, um den Turm auf h4 anzugreifen ist eine Idee. Eine weitere lautet 41...g5, um den Turm anzugreifen und dem König das Feld g6 zugänglich zu machen. Schwarz steht vor einer sehr schwierigen Entscheidung und egal welche er trifft, Weiß behält Vorteil.
 
Karjakin hat nach 27 Minuten Nachdenken mit dem Läufer auf f7 geschlagen und damit eine Figur geopfert. Der schwarze König steht allerdings völlig offen und ist den Angriffen der restlichen weißen Figuren ausgesetzt. Aktuell droht 42.Lc3+ mit sofortigem Gewinn der Partie.
 
39.Lxf7+ Kxf7 40.Dc4+ Kg7 41.d5
 
Karjakin scheint sich nicht sicher zu sein ob der Güte des offensichtliches Zuges 39.Db3. Er ist runter auf zwei Minuten und muss bald einen Zug ausführen. Beide Spieler sind offensichtlich nervös.
 
Karjakin denkt schon 15 Minuten nach, den Kopf auf seinen Händen gestützt. Scheinbar regungslos berechnet er die schwierigen Varianten. Er spürt, dass er hier eine gute Möglichkeit präsentiert bekommen hat von seinem Gegner.
 
Neben 39.Db3 kommt sogar 39.Lxf7+ in Frage mit Angriff gegen den schwarzen König. Nach 39...Kxf7 40.Dc4+ Kg7 41.d5 droht zumindest ein Schach auf der Diagonale a1-h8 mit Gewinn des Turmes auf a1. Karjakin hat einiges zu berechnen.
 
Carlsen zog seinen Springer nach e7 zurück. Der Weltmeister würde den Springer gerne auf f5 aufstellen. Der Zug scheint allerdings eine taktische Möglichkeit zu ermöglichen. Karjakin kann mit 39.Db3 den Bauern f7 angreifen. Das sieht plötzlich sehr gut aus für den Herausforderer und er hat viel Zeit, um den Zug tief zu berechnen.
 
38...Se7
 
Ein Turmpaar ist abgetauscht worden. Der weiße König steht jetzt recht sicher auf g2. Carlsen braucht einen guten Zug kurz vor der Zeitkontrolle, um im Spiel zu bleiben. Er hat noch fünf Minuten für drei Züge.
 
36...Ta1 37.Txa1 Txa1+ 38.Kg2
 
Carlsen hat nur noch sieben Minuten für die letzten fünf Züge und da die Stellung sehr kompliziert, könnte die Nervosität eine Rolle spielen.
 
Karjakin droht Materialgewinn mit der Läufergabel 37.Lb5. Carlsen muss wohl oder übel über a1 einen der Türme tauschen.
 
36.Dd3
 
Carlsen hat Probleme, da sein Turm auf der a-Linie von den weißen Läufern verfolgt werden kann. Karjakin kann jetzt den Turm mit 36.Lb3 angreifen.
 
35.Ld2 Ta4
 
Eine Idee ist jetzt mit 35.Ld2 den Turm auf a6 anzugreifen und ihn auf ein schlechteres Feld zu zwingen.
 
Carlsen verdoppelt die Türme auf der a-Linie, aber Weiß hat die Lage gut unter Kontrolle, da das weiße Läuferpaar sehr stark ist.
 
34...Tba5
 
Karjakin will es wissen. Er geht dem Remis aus dem Wege und greift den Turm auf b5 an.
 
34.Lc4
 
Karjakin kann, wenn er die gerade angegebene Variante wählt, das Remis forcieren oder auf Gewinn spielen mit einem anderen Zug. Einer dieser Züge wäre 34.Lc4, um den Turm auf b5 anzugreifen.
 
Carlsen findet wahrscheinlich nicht den besten Zug. Er stellt den Turm auf a8. Das soll die Drohung 34.La4 aus dem Spiel nehmen. Darauf würde 34....Txa4 35.Dxa5 Df5 folgen und Weiß hätte keine Möglichkeit das Dauerschach zu verhindern.
 
33...Ta8
 
Carlsen hat nur noch 14 Minuten Zeit bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug. Es sind zwar nur noch acht Züge zu spielen für ihn bis dahin, doch die Stellung ist unübersichtlich.
 
Die Stellung ist kompliziert, da sie sehr offen ist und viele taktische Wendungen berechnet werden müssen. Auch die besten Spieler der Welt müssen sich Zeit nehmen, um sich in so einer Stellung zurecht zu finden.
 
Der normale Zug lautet jetzt 33...Tb4, um die weiße Drohung abzuwehren. Karjakin hat mit seinem letzten Zug einen Teil seines Vorteils abgegeben. Mal schauen, ob Carlsen das ausnutzen kann.
 
Karjakin verzichtet auf den Läuferzug nach a4. Erstaunlich ist die Tatsache, dass er die Dame sehr schnell nach c2 zurückzog. Die Idee ist klar. Hier deckt der Russe das Feld f5, so dass die schwarze Dame nicht dahinziehen kann. Die schwarze Dame hätte auf f5 den schwarzen Bauern f3 angegriffen. Jetzt droht allerdings 34.La4 mit Qualitätsgewinn.
 
33.Dc2
 
Carlsen deckt den Springer auf d5. Doch jetzt kann Karjakin mit 33.La4 den Turm angreifen.
 
32...Tb5
 
Karjakin erhöht den Druck, indem er den Springer auf d5 ein weiteres Mal angreift. Carlsen muss jetzt den Springer decken. Entweder mit 32...De6 oder 32...Tb5.
 
32.Dc4
 
Karjakin kann jetzt den Springer auf d5 mit 32.Dc4 angreifen. Carlsen hätte dann das Problem, dass er den Springer nicht wegziehen dürfte. Z.B. würde auf 32...Sb6? der Einschlag 33.Dxf7!+ Dxf7 34.Lxf7+ Kxf7 35.Txh7+ Kg8 36.Txc7 folgen.
 
Nach langem Nachdenken beorderte Karjakin seinen Läufer nach g5 und Carlsen zog den angegriffenen Turm von d8 nach e8. Hier steht der Turm auf der offenen Linie sehr gut.
 
31.Lg5 Te8
 
Der Herausforderer hat bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug mit über 50 Minuten noch massig Zeit, um die besten Züge zu finden. Keine gute Nachricht für Carlsens Fans.
 
Neben 31.Th5 kommt 31.Lg5 in Frage für Weiß, um den Turm auf d8 anzugreifen. Weiß verfügt über aktive Möglichkeiten in dieser Stellung und Karjakin nimmt sich Zeit, um sich tief in die Stellung reinzudenken.
 
Carlsen stellt den Läufer auf c7 auf und macht dadurch die b-Linie frei für den Turm auf b8. Weiß verfügt jetzt über die interessante Fortsetzung 31.Th5. Damit würde er den Springer auf d5 ein weiteres Mal angreifen. Schwarz dürfte den Springer dann nicht wegziehen, weil Weiß auf g6 zuschlagen könnte. Die Stellung verschärft sich.
 
30...Lc7
 
Karjakin spielt sehr selbstbewusst und schnell. Er überführt den Turm von b1 nach g1. Damit greift er mit einer weiteren Figur den schwarzen Königsflügel an. Er stellt damit zwar keine konkrete Drohung auf, fesselt aber den Bauern auf g6, wodurch der Turm von h4 eventuell nach h5 könnte. Das ist eine versteckte Feinheit.
 
30.Tg1
 
Carlsen blockiert mit dem Springer den Bauern d4. Das ist logisch. Idealerweise würde er gerne seinen Läufer von b6 nach g7 transferieren, um zusätzlich seinen Königsflügel zu schützen. Denn hier hat er einige Schwächen, die Weiß vielleicht ausnutzen könnte.
 
29...Sd5
 
Carlsen steht unter Druck, auch weil Karjakin sehr schnell spielt und nach jedem Zug das Brett Richtung Ruheraum verlässt. Carlsen sitzt dagegen die ganze Zeit am Brett und brütet über die Stellung.
 
Karjakin zieht zum ersten Mal in dieser Partie seine Dame und bringt sie auf d3 in Stellung. Hier kontrolliert die Monarchin das Feld f5, so dass die schwarze Dame nicht dieses Feld betreten kann. Weiß hat jetzt etwas Vorteil. Das wird immer klarer. Er hat einen Bauern mehr und es ist schwierig zu sehen, worin die schwarze Kompensation bestehen soll.
 
29.Dd3
 
Karjakin stellte den Turm auf b1 auf und drohte mit einem tödlichen Abzug des Läufers b3. Das hatte Carlsen natürlich im Blick und zog die Dame zurück nach d7.
 
28.Tb1 Dd7
 
Mit seinem letzten Zug schafft Carlsen ein Luftloch für seinen König und blockt die Diagonale b1-h7. Allerdings schafft er mit seinem letzten Zug auch Schwächen. Insbesondere die Felder f6 und h6 sind sehr geschwächt jetzt.
 
27...g6
 
Schwarz könnte jetzt den Springer auf d5 stellen, um den d-Bauern zu blokieren und den Läufer auf e3 anzugreifen. Ein weiterer Zug, der in Frage kommt, ist 27...Lc7. Damit würde Schwarz den Läufer auf b3 zwei Mal angreifen.
 
Karjakin stellt ohne groß nachzudenken den Turm auf a1 auf.
 
27.Ta1
 
Carlsen greift mit seiner Dame den Turm auf a6 an. Dieser muss jetzt zurückziehen. Das Feld a1 sieht natürlich aus.
 
26...Db5
 
Ein Fehler wäre jetzt 26...Sd5? wegen 17.Db1! mit Angriff auf den Punkt h7 und der Drohung 18.Lxd5 nebst 19.Txb6.
 
Die Stellung ist schwierig zu spielen für Schwarz. Prinzipiell verfügt Weiß in dieser offenen Stellung mit dem Läuferpaar über die besseren Leichtfiguren gegenüber dem Paar Läufer/Springer auf schwarzer Seite. Zwei Läufer wirken in einer offenen Stellung deutlich besser.
 
Carlsen verbessert die Stellung seines Springers und Karjakin stellt den angegriffenen Turm auf h4. Dort steht der Turm etwas isoliert, doch er deckt weiterhin den Bauern d4 und kann momentan auch nicht angegriffen werden.
 
25...Sf6 26.Th4
 
Eine Idee ist jetzt mit dem Springer zurück nach f6 zu gehen, um den Turm auf g4 anzugreifen. Man sollte einen Springer sowieso nicht zu lange am Rand stehen lassen, da er dort wenig Einfluss auf das Spiel ausübt.
 
Karjakin deckt den Bauern d4 mit dem Turm auf g4.
 
25.Tg4
 
Carlsen zieht die Dame aus der Fesselung. Jetzt kann der Läufer auf b6 wieder ziehen. Das hätte er den Regeln gemäß auch vorher machen können, doch dann hätte Weiß die Dame auf d6 geschlagen. Deswegen war es wichtig, sie von d6 wegzuziehen.
 
24...Dd7
 
Die Stellung macht für Weiß einen immer besseren Eindruck. Er scheint seinen Mehrbauern auf d4 zu konsolidieren. Carlsen muss sich jetzt etwas einfallen lassen. In Frage kommt weiterhin die Dame aus der Fesselung zu ziehen, so dass das Schlagen auf d4 vielleicht droht.
 
Karjakin verbessert die Stellung seines Turmes auf f1. Er stellt ihn auf die halboffene g-Linie, wo er den Punkt g7 angreift.
 
24.Tg1
 
Carlsen zieht nicht seine Dame aus der Fesselung. Stattdessen bringt er seinen inaktiven Turm von f8 nach d8 und erhöht den Druck auf den Bauern d4.
 
23...Tfd8
 
Zu Beginn der Partie sah es so aus, als hätte Carlsen seinen Gegner mit seiner Eröffnungswahl überrascht, denn der Weltmeister spielte diese Variante in der Vergangenheit sehr selten. Karjakin ist aber so gut vorbereitet und generell so sattelfest mit seinem Lieblingszug 1.e4, dass die Überraschung schnell verpuffte.
 
Es ist etwas überraschend, dass Carlsen jetzt schon 15 Minuten nachdenkt, denn nachdem er die ersten 22 Züge im Eiltempo zog, hätte man davon ausgehen müssen, dass er diese Stellung noch in seiner Vorbereitung auf dem Brett gehabt hätte. Insbesondere weil der letzte weiße Turmzug nach a6 sehr logisch ist.
 
Carlsen versinkt zum ersten Mal in längeres Nachdenken. Prinzipiell hat Schwarz immer noch etwas Kompensation für den Bauern, doch je länger die Partie dauert, desto mehr kann sich der materielle Vorteil von Weiß bemerkbar machen.
 
Logisch ist es jetzt mit der Dame aus der Fesselung zu gehen. Das Feld d7 bietet sich an.
 
Carlsen verbessert mit dem Schlagen auf b3 die Vorgängerpartie, aber Karjakin zeigt sich nicht besonders überrascht. Mit 23.Ta6 fesselt er den Läufer auf b6. Ein guter Zug, da Schwarz die Idee hatte, diesen Läufer auf c7 aufzustellen und mit der Dame auf d6 Matt auf h2 zu drohen.
 
21...cxb3 22.Lxb3 Dxd6 23.Ta6
 
Karjakin möchte sofort seine Schwäche auf b2 loswerden.
 
21.b3
 
Karjakin schlug auf d6 und Carlsen schob mit einem Zwischenzug den c-Bauern nach c4 vor. Die Spieler folgen immer noch der erwänten Partie.
 
20.exd6 c4
 
Zum ersten Mal denkt ein Spieler länger nach. Karjakin versucht sich wahrscheinlich an die erwähnte Partie oder an seine Analysen dazu zu erinnern.
 
Karjakin steht jetzt vor der Wahl auf d6 oder c5 zu tauschen. Hikaru Nakamura nahm 2014 auf d6. Ein logischer Zug wäre allerdings auch 20.Dd3, womit Weiß ein Schachmatt auf h7 drohen würde. Das müsste Schwarz abwehren mit dem ebenfalls logischen Zug 20...g6.
 
Die Spieler folgen der Partie Nakamura-Kasimdzhanov, Schacholympiade Tromsö 2014. Diese Partie zwischen diesen starken Großmeistern gewann damals Weiß. Irgendwo muss Carlsen eine Verbesserung gefunden haben.
 
19.e5 De6
 
Carlsen greift das weiße Zentrum an mit seinem letzten Zug.
 
18.Le3 c5
 
Die Spieler führen ihre Züge sehr schnell aus. Das liegt daran, dass sie noch bekannten Vorbildern folgen. Aktuell hat Weiß einen Bauern mehr, doch Schwarz besitzt Kompensation, weil er Angriffschancen gegen den weißen König besitzt.
 
8.c3 d6 9.d4 Lb6 10.axb5 axb5 11.Sa3 0-0 12.Sxb5 Lg4 13.Lc2 exd4 14.Sbxd4 Sxd4 15.cxd4 Lxf3 16.gxf3 Sh5 17.Kh1 Df6
 
Karjakin möchte das Zentrum mit d2-d4 besetzen und gleichzeitig den Läufer auf c5 mit Tempo angreifen.
 
8.c3
 
Sergey Karjakin beginnt mit der Spanischen Partie und Magnus Carlsen wählt die sogenannte Archangelsker Variante. Damit weicht er von den Partien 2, 4 und 6 ab. Die Archangelsker Variante ist etwas riskanter als ein klassischer Aufbau mit dem schwarzfeldrigen Läufer auf e7.
 
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0-0 b5 6.Lb3 Lc5 7.a4 Tb8
vor Beginn
Beide Spieler sitzen am Brett und gehen ihre üblichen Routinen durch. Vor Beginn würdigen sich die Großmeister keines Blickes und schauen sich in ihrer Umgebung um, wo insbesondere die Fotografen ihre Minuten nutzen, um Fotos von den Spielern zu machen.
vor Beginn
Heute erwarten die Fans und Experten eine Reaktion der Stärke von Carlsen. Wie die Partie verlaufen wird, hängt allerdings stark davon ab, wie Karjakin die Partie mit Weiß anlegen wird. Da er in Führung liegt, wird er kaum ein Risiko eingehen. Eine Rolle spielt auch der psychologische Druck, der auf den Spielern lastet. Es geschah häufig in der Vergangenheit, dass der Spieler, der eine Partie verlor, in der nächsten Partie sofort wieder zurückschlug, auch weil der in Führung liegende Spieler dem Druck nicht standhielt.
vor Beginn
Nach der Niederlage in der achten Partie verließ ein offensichtlich genervter Carlsen die Pressekonferenz, weil er nicht zu lange auf Karjakin warten wollte, der noch ein Interview gab. Das sorgte in den letzten 48 Stunden für sehr viel Gesprächsstoff. Seine Abwesenheit kostet ihn 10% seines Preisgeldes, da die Spieler vertraglich verpflichtet sind bei der Pressekonferenz zu erscheinen und sie auch abzuhalten.
vor Beginn
Für Carlsen ist es eine ungewohnte Situation. Er lag bei einer Weltmeisterschaft noch nie in Rückstand und in Anbetracht seiner bisherigen Form in New York sind Zweifel angebracht, ob er wieder zurück ins Match findet. Noch stehen vier Partien auf dem Programm. Er muss unbedingt eine davon gewinnen, um auszugleichen und den Tiebreak zu erreichen.
vor Beginn
Heute findet die neunte Partie zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und seinem Herausforderer Sergey Karjakin statt. Der 26-jährige Russe liegt nach acht Partien überraschend mit 4,5:3,5 in Führung. Nach sieben Remis zum Auftakt gewann Karjakin die achte Partie vor zwei Tagen, nachdem Carlsen das Risiko zu hoch schraubte.
vor Beginn
Herzlich willkommen zur Schach-WM 2016 in New York.
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.O-O b5 6.Lb3 Lc5 7.a4 Tb8 8.c3 d6 9.d4 Lb6 10.axb5 axb5 11.Sa3 O-O 12.Sxb5 Lg4 13.Lc2 exd4 14.Sbxd4 Sxd4 15.cxd4 Lxf3 16.gxf3 Sh5 17.Kh1 Df6 18.Le3 c5 19.e5 De6 20.exd6 c4 21.b3 cxb3 22.Lxb3 Dxd6 23.Ta6 Tfd8 24.Tg1 Dd7 25.Tg4 Sf6 26.Th4 Db5 27.Ta1 g6 28.Tb1 Dd7 29.Dd3 Sd5 30.Tg1 Lc7 31.Lg5 Te8 32.Dc4 Tb5 33.Dc2 Ta8 34.Lc4 Tba5 35.Ld2 Ta4 36.Dd3 Ta1 37.Txa1 Txa1+ 38.Kg2 Se7 39.Lxf7+ Kxf7 40.Dc4+ Kg7 41.d5 Sf5 42.Lc3+ Kf8 43.Lxa1 Sxh4+ 44.Dxh4 Dxd5 45.Df6+ Df7 46.Dd4 Ke8 47.De4+ De7 48.Dd5 Ld8 49.Kf1 Df7 50.De4+ De7 51.Le5 De6 52.Kg2 Le7 53.Da8+ Kf7 54.Dh8 h5 55.Dg7+ Ke8 56.Lf4 Df7 57.Dh8+ Df8 58.Dd4 Df5 59.Dc4 Kd7 60.Ld2 De6 61.Da4+ Dc6 62.Da7+ Dc7 63.Da2 Dd6 64.Le3 De6 65.Da7+ Ke8 66.Lc5 Ld8 67.h3 Dd5 68.Le3 Le7 69.Db8+ Kf7 70.Dh8 De6 71.Lf4 Df6 72.Db8 De6 73.Db7 Kg8 74.Db5 Lf6
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