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Tennis Live-Ticker: Wimbledon : Angelique Kerber - Serena Williams live (Finale)

Angelique Kerber gegen Serena Williams - Finale - Wimbledon im Tennis Live-Ticker mit Ergebnissen und Spielplan auf SZ.de

Wimbledon London
SP
Pkt
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ger
A. Kerber
0xxx
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6
x
x
usa
S. Williams
0
0
0
3
3
x
x
Centre Court | Finale
Ende
A. Kerber
Ranking:
2
Geburtsd.:
18.01.1988
Größe:
1.73 m
Gewicht:
68 kg
Bilanz:
46-19
Preisgeld:
US$ 26.852.841
S. Williams
Ranking:
26
Geburtsd.:
26.09.1981
Größe:
1.75 m
Gewicht:
70 kg
Bilanz:
18-6
Preisgeld:
US$ 86.383.301
Letzte Aktualisierung: 03:04:15
Kerber
Williams
Abschied
 
Mit dem gedanklichen Bild einer strahlenden Angelique Kerber, der ersten deutschen Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf 1996, wollen wir uns nun aber aus London verabschieden. Noch nicht komplett, denn morgen steht ja noch das Herrenfinale an, aber eben doch für heute. Wir hoffen, sie hatten trotz des kurzen Endspiels Ihren Spaß und schauen bald wieder rein - für den Moment sagt Oliver Stein nun aber Tschüss und Goodbye from SW19!
Fazit
 
Und während natürlich sofort auf das Preisgeld von über zwei Millionen Euro und die Weltranglistenpunkte geschaut werden müsste, wollen wir uns kurz eine Minute nehmen, um auch dem Team der Deutschen zu gratulieren: Selten hat eine so homogene Gruppe einen Star so mühelos aus der Krise und zurück in die Weltspitze geführt - und das mit SO einem Zwischenergebnis.
Fazit
 
Herzlichen Glückwunsch, Angie Kerber! Mit einer über zwei Wochen konstant guten Leistung gewinnt die Deutsche ihren dritten Grand-Slam-Titel und das mit einem Revanche-Sieg gegen Serena Williams, der sie 2016 ja noch unterlegen war - viel schöner kann so ein Tennissamstag wohl kaum verlaufen.
6:3, 6:3
Wahnsinn, das war's: Mit einem finalen Servicewinner gewinnt Angelique Kerber dieses Endspiel und damit den Titel in Wimbledon 2018!
6:3, 5:3
 
Soviel dazu: Mit einer starken Vorhand longline holt sich Angie Kerber das 40:30 und damit den ersten Championship Point!
6:3, 5:3
 
Zwei Punkte fehlen Kerber noch, da wird die Deutsche doch wohl nicht plötzlich wackeln ... oder? Im nächsten Marathonballwechsel ist es wieder Williams, die das Tempo als Erste anzieht und damit dann auch punktet - 30:30!
6:3, 5:3
 
Mal wieder wird der nächste Ballwechsel ewig lang, weil sich beide Damen nichts trauen - am Ende punktet Williams, die mit ihrem Stopp als erste Risiko geht, zum 30:15.
6:3, 5:3
 
Bärenstark von Angie Kerber: Mit dem Servicewinner geht es zum 15:0, dank eines ganz leichten, aber weit verschlagenen Smashs von Williams zum 30:0.
6:3, 5:3
 
... und am Ende hat es nur 53 Sekunden gedauert, bis das Scoreboard auf 5:3 umgestellt werden kann. Aber so ist es nun eben an Kerber, selber zum Wimbledonsieg aufzuschlagen.
6:3, 5:2
 
Ihrem dritten Ass des Tages lässt Williams einen Servicewinner zum 30:0 folgen. Ein weiteres Ass (Wo kommen die auf ein mal alle her?) beschert ihr bei 40:0 dann drei Spielbälle ...
6:3, 5:2
 
Cool, cooler, Kerber: Mit einem abschließenden Servicewinner zieht Kerber Williams den vorletzten Zahn und stellt auf 5:2 - zur Satzführung addiert ergibt das für Williams jetzt ein Servicegame, in dem sie gegen die Niederlage aufschlagen muss.
6:3, 4:2
 
Aber Kerber lässt hier nichts mehr zu: Erst legt Williams unter Druck eine Rückhand ins Netz, dann holzt sie eine Vorhand cross hinter die Grundlinie - 40:15 Kerber!
6:3, 4:2
 
Williams startet mit einem übermotivierten Return in Kerbers Aufschlagspiel, korrigiert das aber schnell mit einer starken Rückhand cross zum 15:15. Viele Chancen bleiben der Amerikanerin nicht mehr ...
6:3, 4:2
 
Wahnsinn! Angelique Kerber nutzt ihre zweite Breakchance mit einer fantastischen Vorhand longline, die genau ins Eck fällt - 4:2 und Break vor für die Deutsche!
6:3, 3:2
 
Breakball Nummer eins wehrt Williams mit einem eingesprungenen Rückhandvolley ab - 30:40.
6:3, 3:2
 
Katastrophal, wie Williams den Halbvolley mit der Vorhand in hohem Bogen in Kerbers Hälfte legt - da kann sich die Deutsche die Seite für den Passierball mit der Vorhand aussuchen und auf 15:40 stellen. Breakchancen!
6:3, 3:2
 
Kerber kontert das mit einem kurzen Return, der Williams aus dem Takt wirft. Daraufhin punktet die Deutsche auch noch über die Rückhand der Amerikanerin - 15:30!
6:3, 3:2
 
17 Mal segelt der Ball über das Netz, bevor Williams sich ein Herz fasst und die Rückhand longline ins Eck drückt - 15:0.
6:3, 3:2
 
In der Folge hat Kerber zwei Mal Glück, dass Williams ihre angepeilten Ecken um Zentimeter verfehlt und ihr so den Spielgewinn zum 3:2 ermöglicht - aber zum ersten Mal wirkte die Amerikanerin da so, als könne sie sich hier doch nochmal entscheidende ins Match einmischen.
6:3, 2:2
 
Oho! Ist das die Wiederauferstehung von Serena Williams? Erst wird Kerber zum Rückhandfehler gezwungen, dann punktet Williams selber mit der Rückhand und stellt anschließend mit einem tollen Return auch auf 40:40 - Einstand nach 40:0!
6:3, 2:2
 
Keine große Überraschung also, dass Kerber bei eigenem Aufschlag mal wieder schnell zum 40:0 kommt ...
6:3, 2:2
 
Wichtig für Serena, dass sie ihren zweiten Spielball nutzen und zum 2:2 ausgleichen kann. Allerdings schafft sie auch das nur, weil es von Kerber ein kleines Geschenk mit auf den Weg gibt ... den Ballwechsel an sich hatte die Deutsche mal wieder dominiert.
6:3, 2:1
 
Ganz anders beim Serve-and-Volley: Den halbhohen Vorhandvolley drückt die Amerikanerin überzeugend ins Eck und stellt auf 40:15. Doch den ersten Spielball wehrt Kerber dann doch wieder ab ... 40:30.
6:3, 2:1
 
Mit viel Power stellt Williams dann aber doch wieder auf 30:15. Aber auch da sah der erste Volley wieder alles andere als überzeugend aus ...
6:3, 2:1
 
Der ganz große Vorteil von Kerber ist bislang, dass sie unheimlich sicher agiert. Während sich die Deutsche erst vier (!) unnötige Fehler geleistet hat, sind es bei Williams schon deren 17 - 0:15.
6:3, 2:1
 
... und aus dem macht die Deutsche anschließend auch ganz cool das 2:1. Das waren für Kerber drei immens wichtige Punkte in Serie ...
6:3, 1:1
 
Kerber bleibt angesichts des vielen Gemeckers und Geschreis ganz ruhig und spielt die ganz schwach volleyierende Williams am Netz aus. Auf das 30:30 folgt dann ein Servicewinner zum 40:30 ...
6:3, 1:1
 
Leicht erschrocken reagiert Kerber darauf, von Williams und deren eingesprungener Vorhand fast abgeschossen zu werden. Und auf den Powermove der Amerikanerin folgt dann auch noch ein Returnwinner mit der Vorhand Inside-In - 15:30!
6:3, 1:1
 
Mit einem Servicewinner kann Williams den Spielball dann auch vergolden und zum 1:1 ausgleichen - aber auch da war für Kerber wieder mehr drin.
6:3, 1:0
 
Ein entschlossener Smash bringt Williams das 30:30, bevor die Amerikanerin dann auch mit einem Rückhandvolley zum 40:30 vorlegen kann. Und dieser schöne Stopp sorgt dann auch für den ersten emotionalen Ausbruch von Williams - das sollte doch als Startschuss reichen!
6:3, 1:0
 
Wow! Erst kontert Kerber das 15:0 von Williams mit einem grandiosen Passierball mit der Vorhand cross, dann spielt sie gleich noch einen baugleichen Ball auf die Seitenlinie - und schon steht es wieder 15:30!
6:3, 1:0
 
... denn unter dem Strich steht das ganz souveräne 1:0 für die Deutsche, die hier auch im zweiten Satz gradlinig und fokussiert wirkt.
6:3, 0:0
 
Bei 40:0 rutscht Kerber ihr erster Doppelfehler raus, aber bei dem Spielstand ist das natürlich kein wirkliches Problem ...
Zwischenfazit
 
Teilweise spielt Angelique Kerber hier richtig gutes Tennis, teilweise (drei Doppelfehler in einem Spiel!) hilft Serena Williams hier unheimlich stark mit - unter dem Strich muss man der Deutschen aber einen Berg Komplimente aussprechen, denn sie absolviert hier bisher ein nahezu fehlerfreies und vor allem taktisch hervorragendes Match. Weiter so!
6:3
Und das war's: Mit einer guten Länge treibt Kerber Williams immer weiter nach hinten und erzwingt am Ende den Rückhandfehler bei der Amerikanerin - zum 6:3!
5:3
 
Ei, ei, ei! Eine ganz späte Challenge löst auf, dass der Lob doch im Aus war. Kein Problem für Kerber, die den nächsten Ballwechsel selber unterbricht, um zu Recht zu challengen - 30:40, immerhin ein Satzball für die Deutsche.
5:3
 
Mit der eingesprungenen Vorhand stellt Williams immerhin auf 15:30. Aber Kerber schnuppert trotzdem noch am Satzball ... und erspielt sich diesen dann auch mit einem Volleylob auf die Grundlinie und in doppelter Ausführung. 15:40!
5:3
 
Und was ist bloß gerade mit Serena Williams los? Erst holzt sie eine Vorhand weit raus (und challenged trotzdem!), dann schiebt sie einen ganz ängstlichen Vorhandvolley aus nächster Nähe direkt ins Netz - 0:30!
5:3
 
Das ist offenbar genau der Piekser, den Kerber benötigt: Drei zumeist erzwungene Fehler von Williams in reihe bringen der Deutschen das 5:3. Chapeau!
4:3
 
Ein zu langer Stoppversuch von Kerber bringt Williams zum 15:15 ins Spiel. Dem lässt die Amerikanerin dann auch noch eine korrekte Challenge folgen - 15:30!
4:3
 
Aller guten Dinge sind drei: Williams wirft den Ball eigentlich nur ein, weil sie den dritten Doppelfehler vermeiden will - was Kerber dazu nutzt, um ihren dritten Breakball durchzubringen und zum 4:3 vorzulegen. Nicht schlecht - wenn auch halb geschenkt.
3:3
 
Breakball Nummer eins wehrt Williams allerdings mit einem schönen Netzangriff ab, den zweiten dann mit einem Servicewinner ... bleibt für Kerber also nur noch eine Chance.
3:3
 
Oho! Williams hilft Kerber mit einem Doppelfehler zum 0:30 aus. Und weiter geht es dann mit gleich noch einem Doppelfehler - zum 0:40 und drei Breakchancen für Angie Kerber!
3:3
 
Taktisch ist das brillant, was Kerber da macht: Mit der Vorhand longline schickt sie Williams ins Eck, um dann den diagonalen Stopp zu spielen - 0:15.
3:3
 
Gleich den ersten verbleibenden Spielball nutzt die Deutsche dann auch, indem sie Williams auf deren Rückhand in die Enge treibt - 3:3.
2:3
 
Das Tennis wird auf jeden Fall immer besser: Auch Williams packt mal wieder einen direkten Winner aus und punktet mit der Rückhand longline zum 40:15. Aber zwei Spielbälle hat Kerber ja noch ...
2:3
 
Stark von Kerber, die sich hier überhaupt nicht irritieren lässt und einfach weiter ihren Stiefel herunter spielt. Mit dem Vorhandwinner geht es schon zum 30:0, mit der Rückhand longline anschließend sogar zum 40:0.
2:3
 
Mit einem abschließenden Ass macht Williams dann auch schon einen Deckel auf ihr Aufschlagspiel und legt mit ihrem dritten Spielgewinn in Serie zum 3:2 vor. Was für Kerber eben noch ganz leicht und locker aussah, hat sich innerhalb von sieben Minuten in eine ganz harte Nuss verwandelt.
2:2
 
Kerber kann zwar im Crossduell verkürzen, aber der sechste Winner von Williams (Kerber: zwei) bringt der Amerikanerin dann doch die nächsten Spielbälle. 40:15.
2:2
 
Soviel zum Rhythmus: Einem Vorhandwinner die Linie entlang lässt Williams ihr erstes Ass folgen - 30:0.
2:2
 
Gleich die erste von drei Breakchancen nutzt die Amerikanerin dann auch und holt sich das Break zurück - 2:2, alles wieder in der Reihe in Satz eins.
2:1
 
Wieder muss Kerber nach einem kurzen Ball von Williams ans Netz sprinten, diesmal lupft sie die Rückhand die Linie entlang - aber eben auch in den Korridor. 0:40, drei Breakchancen für Serena Williams!
2:1
 
Und das sieht gleich schon wieder arg nach Breakchancen aus. Erst rutscht Kerber beim Versuch, einen Stopp zu erlaufen, weg, dann spielt sie eine eigentlich einfache Vorhand longline ins Netz - 0.30.
2:1
 
Leicht wird Williams hier zwar nicht gemacht, aber nachdem sie den ersten Spielball mit einem Volley ins Netz vergibt, nutzt sie den zweiten hinterher ganz trocken mit einer Rückhand longline aus dem Halbfeld. Nur noch 1:2 aus der Sicht der Amerikanerin!
2:0
 
Aber die Amerikanerin scheint ihren Rhythmus so langsam zu finden. Erst geht es mit der Vorhand cross zum 30:15, dann über Kerbers Vorhand zum 40:15. Das sieht doch schon viel besser aus ...
2:0
 
Der erste Servicewinner von Williams (der erste von vielen) war abzusehen, Kerber antwortet aber umgehend mit einer Vorhand cross, bei der sie Williams auch noch in die falsche Richtung laufen lässt. 15:15!
2:0
 
Mit einer schönen Vorhand Inside-Out geht es für die Deutsche dann zu zwei Spielbällen, von denen sie anschließend auch gleich den ersten nutzt - Break bestätigt, 2:0 für Angelique Kerber.
1:0
 
Klar, dass Serena das sofort kontern will. Eine Vorhand longline und ein Punkt über Kerbers Rückhand bescheren ihr immerhin schon mal ein 15:30 ... bis Kerber doch zur Challenge greift und das 30:15 für sich reklamiert.
1:0
 
So schnell kann es gehen! Mit einer guten Rückhand cross übernimmt Kerber die Kontrolle im längsten Ballwechsel der Partie und erzwingt am Ende den Vorhandfehler bei Williams - 1:0 und Break vor für die Deutsche!
0:0
 
Und schon wird es spannend: Mit einem langen, hohen Return verleitet Kerber Williams zum Rückhandfehler - 30:40 und Breakball für die deutsche!
0:0
 
Darauf folgen dann aber zwei Wackler der Amerikanerin mit der Rückhand - und Kerber darf sich gleich mal über ein 30:30 freuen.
0:0
 
Ein knackiger Vorhandwinner die Linie entlang und ein leichter Rückhandfehler von Kerber bescheren der Grand Dame des Tennis einen guten Start - 30:0.
0:0
 
Genug erzählt, los geht's - Serena Williams schlägt als Erste auf.
Serenas Box
 
Spannend ist übrigens, wie viel Prominenz sich in der Box von Serena Williams befindet: Neben dem Rapper Drake und Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton sitzt dort unter anderem auch ein gewisser Eldrick Woods, gern auch Tiger genannt.
Chair Umpire
 
Einen Schiedsrichter hat die Partie natürlich auch: Kader Nouni aus Frankreich hat heute die Ehre, dieses Endspiel zu leiten.
Prozedere
 
Soooo! Unsere beiden Hauptdarstellerinnen haben den Court soeben betreten, gleich folgen das Erinnerungsfoto, der Münzwurf und das fünfminütige Einschlagen - und dann kann's auch schon losgehen!
Royaler Besuch
 
Übrigens hatte ich ja noch ein Wort zum royalen Besuch auf der Anlage versprochen. Und der besteht wenig überraschend aus den jüngeren Ladys der Royal Family: Prinz Harrys Frau Meghan Markle (die Duchess of Sussex) ist anwesend, um Serena Williams (eine ihrer besten Freundinnen) anzufeuern - und Kate Middleton, die Duchess of Cambridge und Ehefrau von Thronfolger William, ist offenbar als moralische Unterstützung mit dabei. Oder eben, damit Kerber nicht leer ausgeht, was den royalen Jubel angeht ?
Wimbledon
 
Und damit sind wir dann auch schon am Ende unseres Previews und damit bei den Fakten zum Turnier an sich angekommen. Gespielt wird hier an der Church Road in London SW19 seit 1877 und das auch immer schon auf Rasen. Ausgeschüttet werden in diesem Jahr insgesamt satte 38,4 Millionen Euro, davon fallen allein 2,55 Millionen für die Sieger der Einzelkonkurrenzen (Damen und Herren) ab und die Rekordsiegerin dieses Turniers ist Martina Navratilova (neun Einzeltitel) - all das, während hier auf der Anlage des All England Club Jahr für Jahr 34 Tonnen Erdbeeren und 10.000 Liter Sahne (der traditionelle Turniersnack) konsumiert werden.
Head 2 Head
 
Aber damit genug der Geschichten und zurück zum Tagesgeschehen. Und das diktiert einen Blick auf den direkten Vergleich: Von acht bisherigen Duellen hat Kerber nur zwei gewonnen (2:6) - eins davon aber eben in einem Grand-Slam-Endspiel (Australian Open 2011).
Titel Nummer 24?
 
Übrigens ist Serena Williams hier heute auf der Jagd nach zwei Bestmarken. Zum einen würde sie mit einem Sieg heute nämlich Margret Court (24 Einzeltitel) im ewigen Ranking der Grand-Slam-Sieger mit den meisten Titeln einholen - und zum anderen wäre sie in der Open-Ära erst die vierte Frau, die einen Grand-Slam-Titel gewinnt, nachdem sie ein Kind bekommen hat (zuletzt Kim Clijsters 2011 bei den Australian Open).
Turnierverlauf Williams
 
Hier in Wimbledon (bereits sieben Titel) durfte die in Michigan geborene, dann aber in Compton/Los Angeles aufgewachsene Williams dank des geschützten Rankings im Hauptfeld starten, war dabei aber nur an Position 25 gesetzt. Und trotzdem hat Williams genau wie Kerber erst einen einzigen Satz abgegeben (im Viertelfinale gegen Camila Giorgi/ITA) - und hielt sich ansonsten gegen Arantxa Rus (NED), Viktoriya Tomova (BLR), Kristina Mladenovic (FRA), Evgeniya Rodina (RUS) und Julia Görges komplett schadlos.
Hungrig auf Pokale
 
Und so sind Geld und das Getratsche der Presse Williams längst nicht mehr so wichtig wie noch zu Beginn ihrer Karriere - an ihrem Ehrgeiz und dem Hunger auf Turniersiege hat das allerdings nichts geändert. ''Ich habe nach wie vor Lust, jeden Tag Tennis zu spielen. Natürlich hat man andere Prioritäten, wenn man älter wird. Aber das Gefühl, den letzten Ballwechsel zu gewinnen und den Pokal überreicht zu bekommen - das kann einem eigentlich nichts so richtig ersetzen.''
Williams Karriere
 
Wobei man sich bei Williams eigentlich über gar nichts wundern sollte. Denn tatsächlich gibt es in der Karriere der 36-Jährigen ja nicht mehr viele Rekorde, die sie noch nicht gebrochen hat. So ist sie zum Beispiel die einzige Spielerin, die in drei unterschiedlichen Jahrzehnten die US Open gewinnen konnte. Mit 324 Siegen bei Grand-Slam-Turnieren hat sie mehr Erfolge auf dem Konto als jeder andere Spieler in der Geschichte der Open - männlich oder weiblich. Und mit unfassbaren 81,7 Millionen Dollar hat sie auf dem Tennisplatz mehr Preisgelder verdient als jede andere Frau vor ihr und sogar mehr als ihre engsten Verfolgerinnen Maria Sharapova (36,4 Mio.) und Schwester Venus (34,4 Mio.) zusammen.
Williams
 
Und nicht nur das: So langsam ist es fast schon unheimlich, was die vor zehn Monaten bei der Geburt ihres Kindes an einer Lungenembolie erkrankte Williams hier für ein Comeback auf die Beine stellt. Denn während die ehemalige Nummer eins von allen Seiten ausschließlich Bewunderung einheimst (Julia Görges: 'Es war eine Ehre, gegen sie zu spielen.'' oder Marion Bartoli: ''Sie ist nicht menschlich, sie ist ein Held.''), ist ihr selber das Gewinnen am Wichtigsten - und das funktioniert schon wieder ganz gut.
Der Champion
 
Allerdings wäre es natürlich trotzdem vermessen, Kerber in diesem Finale als Favoritin zu bezeichnen. Denn wie sagt Kerber selber so schön: ''Wenn ich Serena anschaue, dann sehe ich einen Champion. Da ist niemand anders der Favorit, denn sie ist eine der besten Spielerinnen aller Zeiten.''
Turnierverlauf Kerber
 
Apropos Konstanz. Genau die hat die Deutsche nämlich auf ihrem bisherigen Weg durch das Tableau bewiesen: Einzig in Runde zwei ließ Kerber gegen Claire Liu (USA) einen Satz liegen, gegen Vera Zvonareva (RUS), Naomi Osaka (JPN), Belinda Bencic (SUI), Daria Kasatkina (RUS) und Jelena Ostapenko (LAT) verlor die Deutsche dann keinen einzigen Durchgang mehr.
Stolze Kerber
 
Das Wichtigste sind der Kielerin momentan aber sowieso nicht die Punkte, sondern Konstanz und Spaß am Job. ''Ich bin wirklich stolz darauf, wieder im Endspiel von Wimbledon zu stehen. Vor allem nach der letzten Saison, als die Dinge nicht so gelaufen sind, wie sie sollten'', so Kerber nach ihrem Finaleinzug. ''Jetzt hoffe ich gegen Serena einfach auf das Beste. Im Prinzip sind wir ja beide mitten im Comeback. Sie von ihrer Babypause, ich von der letzten Saison.''
Kerber 2018
 
Und das übrigens auch wirklich relativ erfolgreich. Gleich zu Jahresbeginn gewann Kerber nämlich das Turnier in Sydney, darauf folgten dann das Halbfinale bei den Australian Open und zahlreiche hochkarätige Viertelfinalteilnahmen (Doha, Indian Wells, Miami, Rom und die French Open) und damit auch der Sprung zurück unter die Top 10 - wobei Kerber mit einem Sieg heute wohl bis auf Platz vier der Rangliste klettern würde.
Die neue Angie
 
Wie in jeder normalen Sportlerkarriere folgen auf Erfolge aber eigentlich immer Rückschläge und anders herum. Und so will Kerber das letzte Kalenderjahr am liebsten komplett vergessen (''2018 ist isoliert, sie blickt nicht zurück'', so ein Kerber-Vertrauter gegenüber der ''Süddeutschen Zeitung'') und nun ein neues Erfolgskapitel schreiben - auch mit neuen Traininsansätzen. Ein neues Trainerteam (um den Holländer Wim Fissette), viel Yoga, lange Spaziergänge - mit Hilfe dieser und andere beruhigender Methoden hat Angelique Kerber in den letzten sechs Monaten versucht, die Katastrophensaison 2017 zu vergessen.
Kerbers Krise
 
Doch nachdem die gebürtige Bremerin im 2016 noch zur zweifachen Grand-Slam-Siegerin und am Ende sogar zur Nummer eins im Damentennis geworden war, brach die sportliche Welt der Wahl-Polin im Jahr darauf in sich zusammen - teilweise relativ unerklärlich.
Anno 2016
 
Aber schauen wir einfach zurück ins Jahr 2016. Williams und Kerber lieferten sich monatelang einen erbitterten Kampf um Position eins in der Weltrangliste, bei dem die Deutsche die Australian Open im Endspiel gegen Williams gewann - und die Amerikanerin sich dann im Finale von Wimbledon revanchierte.
Kerber v Williams
 
Klar, dieses Spiel ist das wohl wichtigste im Tenniskalender der Damen. Aber für Angelique Kerber und Serena Williams dürften trotz des royalen Besuchs (dazu später mehr) kaum ungewohnte oder aufregende Momente dabei sein, denn weder das Szenario noch die Gegnerin sind heute Unbekannte.
Welcome to SW19!
 
Herzlich willkommen zum Wimbledon-Finale zwischen Angelique Kerber und Serena Williams.
Turnier
Finale
A. Kerber (GER/11)
6
6
S. Williams (USA/25)
3
3
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